Melania, geboren im Jahr 383 in Rom, war die Tochter eines überaus begüterten Senators und die Enkelin von Melania der Älteren, einer Base des Paulinus von Nola (353/54–431; Heiliger). Als 13-Jährige wurde sie mit ihrem um vier Jahre älteren Vetter Pinianus (Heiliger) verheiratet. Nach dem frühen Tod ihrer zwei Kinder – sie waren kurz nach der Geburt gestorben und auch Melanias Leben hing an einem seidenen Faden – entschloss sich das Paar zu voller Enthaltsamkeit und einem Leben in Askese. Es verkaufte nach und nach die über das ganze Reich verstreuten Besitztümer, die Melania 404 von ihrem Vater geerbt hatte, und spendete den Erlös für wohltätige und kirchliche Zwecke. In ihrem Palast in Rom richteten sie eine Herberge für Pilger ein.
Im Jahr 410 reisten Melania und Pinianus nach Nordafrika, wo sie in Hippo Bischof Augustinus (354–430; Heiliger) und in Alexandria den Patriarchen Cyrillus (um 380–444; Heiliger) besuchten und zu den berühmten Klostersiedlungen in Ägypten pilgerten, bevor sie nach Palästina weiterzogen und sich schließlich in Jerusalem niederließen. Dort gründeten sie 417 auf dem Ölberg ein Kloster und führten ein strenges Büßerleben.
Pinianus starb 431, Melania am 31. Dezember 439. Der Legende nach besaß die einst wohlhabendste Frau des römischen Imperiums bei ihrem Tod noch 50 Goldstücke, die sie auf dem Sterbebett dem Bischof von Jerusalem schenkte.
Darstellung: als vornehme, aber einfach gekleidete Römerin, im Nonnenhabit oder Einsiedlerinnenkleid; vor oder in einer Höhle bzw. Zelle betend
Attribute: Kreuz, Totenkopf

Quelle: Herder-Verlag
