Aus der Mitte dieser Wallfahrer kam der Wunsch, im Hegau eine Mariengedenkstätte zu errichten, die dann in Bietingen verwirklicht wurde. Um die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, wurde der Verein „Lourdesfreunde Hegau e.V." gegründet, wo nun Spenden von Lourdespilgern und Marienverehrern eingingen.
An der Erstellung der Mariengedenkstätte waren zahlreiche Bietinger Bürger - meist ehrenamtlich - beteiligt: von der Suche nach einem geeigneten Grundstück, der Überlassung des Grundstückes zur kostenlosen Nutzung, über Organisation, Konstruktion und alle handwerklichen Arbeiten, bis hin zu den Leistungen der Arbeiter des Bauhofes Gottmadingen. Später kam die Pflege der Mariengedenkstätte und die gärtnerische Gestaltung des Grundstückes hinzu.
In dem schlichten, weiß verputzten Steinhäuschen mit dem langherabgezogenen roten Ziegeldach, ist an der Rückwand die Hegau-Madonna zu sehen. Am 24. Mai 1992 wurde die Mariengedenkstätte mit dem Namen „Unsere liebe Frau vom Hegau" von Weihbischof Dr. Paul Wehrle, in Anwesenheit von rund 350 Teilnehmern eingeweiht.
Bei der Feier stellte der akademische Bildhauer Michael Huber (Stein und Holzbildhauer-Meister) aus Oberkirch, das von ihm geschaffene Eichenholzrelief vor: Eine Schutzmantelmadonna, die sich dem Betrachter leicht zuneigt und mit der einen Hand auf Gott hinweist, während die andere Hand schützend den Mantel ausbreitet.Unter dem Mantel der Madonna sind symbolhaft Lebensabschnitte wiedergegeben: - eine Familie mit Kindern und Jugendlichen, Angehörige verschiedener Berufe und ein Senioren-Ehepaar; die Tierwelt wird durch einen Widder vertreten. Die weitere Umwelt ist dargestellt in den typischen Hegaubergen, die im unteren Teil des Bildes zu erkennen sind - auch versteckt im Faltenwurf. So steht die gesamte Schöpfung unter dem Schutz der großen Frau Maria, die da sein will, die uns Zuflucht gewähren möchte und die zu einem Ort der „Naherholung für die Seele" werden will.
Die Selbstlosigkeit aller an der Erstellung der Mariengedenkstätte Beteiligten, nannte der Künstler eine „Liebeserklärung an den Glauben".
Die zweiflüglige Gittertür mit der Schrift "Ave Maria" wurde von der Kunstschmiede Friedrich Straub in Allensbach erstellt. Später stellte man an der Wegabzweigung bei der Gedenkstätte einen Findling auf mit der Bronze-Schrift „Hegau-Madonna".
Ein gestifteter Kastanienbaum wurde in geringer Entfernung gepflanzt und die Gemeinde Gottmadingen ließ einige Holzbänke aufstellen.


