Glocken der Kirche St. Johannes

 
In der Ebringer Kirche sind 4 Glocken vorhanden. Die älteste, unter Denkmalschutz stehende ist die im Jahre 1456 gegossene, welche 1468 als ,zweite Glocke' erwähnt wird: »jetz haben sie zwey glogen«. Genau nach 500 Jahren wurde diese Betzeitglocke zur Ruhe gesetzt und bleibt für besondere Anlässe vorbehalten. Wegen ihres Altertumswerts durfte sie in beiden Weltkriegen im Turm verbleiben.

Die sogenannte große Glocke stammt von 1712. Sie ist 1956 anläßlich der Neuanschaffung der beiden anderen Glocken abgeschliffen und auf den Ton a abgestimmt worden. Diese in der Mitte des Turmes hängende Glocke trägt die Umschrift: TOBIAS SCHALCH GOSS MICH 1712. (Heilige Maria und alle Heiligen bittet für uns). Diese Glocke wiegt 9 Zentner 30 Pfund und kostete das Pfund 36 Kreuzer. Der Reichsprälat des Gotteshauses Petershausen spendete 30 Gulden, weitere Spenden von 10 Gulden abwärts bis 16 Kreuzer kamen von Ebringer Bürgern. Beim Glockenguß durfte der Kirchenpfleger anwesend sein. Für Zoll mußte 4 fl. 130 X bezahlt werden. Diese Glocke zu Ehren Marias, Johannes des Täufers und Johannes des Evangelisten (Abbildungen auf der Glocke) wurde von Abt Gerold in der Klosterkirche Rheinau am 23. Dezember 1712 geweiht und am Christtag danach im Ebringer Glockenturm aufgehängt. Ein Jahr lang, jeden Tag eine Stunde, mußte die neue Glocke vom Ebringer Forster geläutet werden. 1942 mußte sie abgeliefert werden, kam aber von Hamburg nach dem Krieg wieder zurück.

Glockenweige 1956: Pfarrer Josef Ritsche – Riedheim und Pfarrer Franz Burkart – Gottmadingen

Quelle: Johann Hägele

Pfarrer Franz Burkart – Gottmadingen bei der Glockenweihe Juli 1956

Quelle: Johann Hägele

 

Die dritte und vierte Glocke stammen von der Firma Schilling, Heidelberg und wurden am 29. Juli 1956 geweiht, die größere zu Ehren des Kirchenpatrons Johannes des Täufers und Johannes des Evangelisten, die kleinere zu Ehren der hl. Afra. Beide Glocken sind auf den Ton c und d gestimmt. Von den alten Glocken, die im Turm erklingen durften, sei kurz erwähnt: Die ,Zwölfuhrglocke‘ auf der Nordostseite des Turmes mußte 1942 abgegeben werden und kam schwerbeschädigt zurück. Sie stammte aus dem Jahr 1725 und wurde 1956 zum Einschmelzen gegeben, weil man ein vollständiges Geläute anschaffen wollte. Eine andere alte Glocke stammte aus dem Jahr 1795 von der Glockengießerei Konstanz. Sie wurde auf Kosten des Ebringer Kirchenfonds für 158 fl. gekauft, wobei eine 1667 in Schaffhausen ge­gossene alte Glocke in Umguß gegeben wurde.



Quelle: "Geschichte von Ebringen im Hegau"
Fotos: Johann Hägele
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